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Rückblick naturzeit Zugspitz-Tour 2012

Rückblick naturzeit Zugspitz-Tour 2012

„Zu Fuß auf Deutschlands höchsten Berg.“
Das war die Devise dieser naturzeit-Wanderung. Wir entschieden uns für die abwechslungsreiche und nicht allzu schwierige Route durch das Reintal, aufgeteilt auf zwei Tagesetappen. Dies bedeutete, genügend Zeit zu haben. Zeit zur Anreise, Zeit zum Wandern, Schauen, Verweilen, Zusammensein.
Um 9.00 Uhr fuhren wir gemeinsam im naturzeit-Bus in Ludwigsburg los. Die sieben Teilnehmer/innen waren sogleich zu einer gut gelaunten, lockeren Gruppe zusammen gewachsen.  Die gute Stimmung und die Vorfreude ließen die vier Stunden Anreise schnell vergehen. Nach einer ruhigen Fahrt trafen wir in Garmisch-Partenkirchen auf unseren Bergwanderführer Jan. Der leichte Zustieg durch den Bergwald war die richtige Einstimmung für den nächsten Abschnitt: Der spektakuläre Weg durch die Partnachklamm. In unzähligen tosenden Passagen rauscht der Bergbach durch die enge, tiefe Schlucht, immer begleitet vom nahen Wanderweg. Weiter ging es durch das naturbelassene Reintal. Das Bachbett des Reins schlängelt sich durch die Berglandschaft aus Wiesen, Bäumen und Latschen. Leichter Nebel und durchziehende Wolken tauchten das Tal in ein märchenhaftes  Licht. Oft blieben wir stehen, um zu schauen und diese großartige Stimmung einzufangen.


Am frühen Abend war die erste Tagesetappe geschafft. Freundschaftlich wurden wir auf der Reintalangerhütte empfangen, der Tisch war schon für uns gedeckt. Bald wurde es noch geselliger. Simon, der Hüttenwirt und seine Begleiterin kamen mit Gitarre, Flöte und Hackbrett in die Stube und spielten auf zur traditionellen Stubenmusi. Begleitet vom Rauschen des Bergbaches schliefen wir in unserem Hüttenlager schnell und gut ein.
Am nächsten Morgen schlichen Wolken und Feuchtigkeit um die Hütte, kein Berg war in Sicht. So wurde es auch vom Wetterbericht vorausgesagt. Also erst mal ein gutes Frühstück. Simon machte uns Hoffnung, auf unserem weiteren Aufstieg schon bald die Wolkendecke durchstoßen zu können: „Ob‘n hams blauen Himmel!“ Und tatsächlich: Nach einer Stunde Aufstieg durch die Wolken zeigten sich die ersten Felsberge des Wettersteinmassivs. An der Knorrhütte angekommen, hatten wir einen fantastischen Blick auf sonnenbeschienene Gipfel und auf das im Tal liegende Wolkenmeer. Die Knorrhütte nutzten wir als Jausenstation für unsere Mittagspause. Bald schon ging es weiter bergan. Der Blick schweifte vom Zugspitzplateau mit Deutschlands größtem Gletscher, dem Schneeferner, bis hinauf zur Gipfelstation. Und da war es: Das goldfarbene Gipfelkreuz der Zugspitze, unserem Ziel auf 2962 Meter Meereshöhe. Vom Plateau aus könnten Einzelne auch mit der Seilbahn zur Gipfelstation fahren, aber die Stimmung  und die Motivation in der harmonischen Gruppe waren hervorragend, und das gab eine extra Portion Kraft. Bestens geführt durch unseren Bergwanderführer Jan, hatten alle ein gutes, sicheres Gefühl. Jede/r entschied sich, auch das letzte Stück aus eigener Kraft anzugehen. So folgten wir dem Pfad durch Fels- und Geröllpassagen, querten ein Firnfeld und erreichten bald den Gipfelgrat. Der felsige, gesicherte Weg führte uns direkt auf der Deutsch-Österreichischen Grenze zur Gipfelstation der Seilbahn. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück zum unverbauten Gipfelfels mit seinem beeindruckenden Kreuz.
Wir hatten es geschafft. Aus eigener Kraft erreichten wir den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg. Belohnt wurden wir mit einer einzigartigen Aussicht. Im Süden eröffnete sich der spektakuläre Blick auf die Alpenkette, auf Augenhöhe mit den höchsten, von hier aus erkennbaren Gipfeln. Im Norden zog sich das flache Alpenvorland dahin. Zwischen den Wolken, 2200 Höhenmeter unter uns, konnten wir Garmisch-Partenkirchen erkennen. Belohnt wurden wir aber auch durch eine tiefe, innere Zufriedenheit, sich aufgerafft, sich angestrengt und am Ende das Ziel erreicht zu haben. Eine Kraft, die wir mit in unseren Alltag genommen haben.
Bestens gelaunt und in lockerer Stimmung stiegen wir das kurze Stück zur Seilbahnstation ab und setzten uns in die Gondel. Auf der Fahrt nach unten grüßte uns ein letztes Mal der sonnenbeschienene Gipfel, ehe wir wieder in das Wolkenmeer eintauchten. Am späten Abend kehrten wir müde aber mit vielen Erlebnissen und einigen neu geschlossenen Bekanntschaften nach Ludwigsburg zurück. Was kann ein Wochenende mehr bieten?

Text und Fotos: Steffen Bloching


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